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Sanfte Mobilität im Clarée-Tal/F

20.12.2004 / zopemaster
Lärmbelästigung, Luftverschmutzung, Zerstörung des Landschaftsbildes, unzufriedene Touristen, Wanderer und Anwohner: Das sind die Folgen der sommerlichen Überbelastung des Clarée-Tals in den französichen Hochalpen durch Tourismusverkehr.
Als Reaktion hierauf haben sich drei Partner, das Département Hautes-Alpes, die Interessengemeinschaft der Gemeinden um Briançon und die Gemeinde Névache zusammengefunden und haben, zuerst im Sommer 2003 und 2004 ein System getakteter Pendelbusse zwischen Névache und dem Talende ins Leben gerufen. Zwischen dem 12. Juli und dem 29. August hat es etwa 52 Hin- und Rückfahrten pro Tag gegeben. Sobald die Parkplätze im Hochtal belegt sind, was oft schon ab neun Uhr morgens der Fall ist, wird die Strasse für den Autoverkehr gesperrt. Zum Erfolg gemacht haben die Initiative der niedrige Preis - ein Euro pro Fahrt oder der halbe Preis für 10-er Tickets und Kinder unter 12 Jahren - und ein effizientes Management. Im Jahr 2004 wurden nicht weniger als 50 000 Tickets verkauft, 20 Prozent mehr als 2003. Wichtig: es ist nicht notwendig, im Auto bis Névache zu fahren, da im Sommer Busse grenzüberschreitend zwischen den Bahnhöfen von Briançon und Bardonecchia/I pendeln, die auch in Névache halten. Von dort aus besteht dann Anschluss in das Clarée-Tal.
2005 wird es das System wieder geben, verbessert durch strengere Zufahrtsbeschränkungen, die Kostenpflichtigkeit der Parkplätze im Hochtal, kombinierte Park-and-Ride-Tickets, den Ausbau der Parkplätze im Tal und eine Preiserhöhung. Ziel der Betreiber ist es, das System auf lange Sicht zu etablieren und zu erreichen, dass der Betrieb sich wirtschaftlich trägt. Der Regionalrat des Départements Hautes-Alpes würde diese Art der Mobilität gerne auf andere Orte ausdehnen. Die Initiative könnte auch für viele andere Täler in den Alpen gehen wegweisend sein.

Alpenkonvention: Protokoll Verkehr: Artikel 9
Zur nachhaltigen Aufrechterhaltung und Verbesserung der Siedlungs- und Wirtschaftsstruktur sowie der Erholungs- und Freizeitattraktivität des Alpenraumes verpflichten sich die Vertragsparteien, die Einrichtung und den Ausbau kundenfreundlicher und umweltgerechter öffentlicher Verkehrssysteme zu fördern.